Entscheid des Bundesamtes für Verkehr (BAV)

Nichts aus der Vergangenheit gelernt!!!

Der Entscheid des Bundesamtes für Verkehr, für die NEAT im Kanton Uri die offene Linienführung zu beantragen, verwundert nicht. In diesem Bundesamt werden heute wie früher Fehlentscheide für den Kanton Uri geplant und ausgeführt.
1963, also vor 36 Jahren wurde der Antrag der Urner Regierung, bei der Planung der Nationalstrasse N2 zwischen Amsteg und Göschenen eine Kriechspur zu erstellen, vom Amt für Strassen- und Flussbau abgelehnt, beziehungsweise im ablehnenden Sinne an den Bundesrat weitergeleitet.

Durch den damaligen FDP Landrat (Lib.) Ing. Werner Baumann, Altdorf, als Erstunterzeicher, sowie Dr. Leo Arnold, Altdorf, CVP Landrat, damals (KK) und Robert Kekeis, Erstfeld, SP Landrat, damals (SD) wurde am 04. November 1963 im Urner Landrat eine dringliche Interpellation betreffend dieser Kriechspur eingereicht:

An dieser Sitzung wurde die Begründung durch Ing. Werner Baumann, Altdorf vorgetragen. Die Begründung umfasste vier maschinengeschriebene A-4-Seiten. Was damals als Vision oder Gespenst von Bern abgetan wurde, muss heute, nach 36 Jahren nachlesen, haargenau als die Realität bezeichnet werden.

Die Urner Regierung und das Parlament von damals hatten die nötige Weitsicht, was auf den Kanton Uri einst zukommen werde. Das Amt in Bern argumentierte, dass die geplante Autobahn dem zukünftigen Verkehr genüge und wenn es einmal Probleme gebe, könne der Langsamverkehr auf die Kantonsstrasse ausweichen. Der damalige Entscheid des Bundesamtes muss heute für den Kanton Uri als klaren Fehlentscheid bezeichnet werden.

Heute gilt es, dass bei der Linienführung der NEAT für Uri nicht noch einmal ein solch gravierender Fehlentscheid in Bern getroffen wird. Bei dem Entscheid der NEAT Linienführung stehen für den Kanton Uri, grundlegende, entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft an. Wollen wir die Bahn der Zukunft inmitten unseres Wohn- und Lebensraumes?
Nein, mit solch einem Entscheid wird dieser Lebensraum für unsere Kinder und Enkel nicht mehr lebenswert. Dieser Lebensraum kann auch nicht mit einem Geldfonds erkauft werden.

Offene Linienführung NEAT heisst, ein massiver Verlust an Wohn- und Lebensraum in Uri für alle Zeiten, deshalb NEAT in den Berg.
Mit dem Bau der 2. Röhre des Gotthardstrassentunnels sowie dem Ausbau der Nordrampe Amsteg-Göschenen mit einer Kriechspur geht dem Kanton Uri kein Wohn- und Lebensraum verloren. Das einzige Nadelöhr zwischen Hamburg und Neapel auf dem höchsten Kulminationspunkt muss beseitigt werden. Die Sicherheit für die Tunnelbenützer sowie die Bewohnerinnen und Bewohner von Uri ist nicht mehr gewährleistet. Wir wollen nicht warten, bis das Ereignis eingetroffen ist und wir Urner die Leidtragenden sind.

Für die Zukunft von Uri gilt es zwei Ziele zu erreichen:
Realisierung der Linienführung "NEAT in den Berg", weil die offene Linienführung einen massiven Verlust an Wohn- und Lebensraum in Uri bedeuten würde.

Bau der 2. Röhre des Gotthardstrassentunnels sowie Ausbau der Nordrampe Amsteg - Göschenen mit einer Kriechspur, beinträchtigt den Wohn- und Lebensraum von Uri sehr wenig.
Der Kanton Uri darf nicht geopfert werden.

Schauen wir vorwärts, denken und handeln wir positiv. Unsere nächsten Generationen werden uns dafür dankbar sein.

 6468 Attinghausen, 08.12.1999                                  Markus Gisler FDP Landrat