Argumente für eine zweite Röhre am Gotthard?

Es gibt relativ viele Argumente, die für eine 2. Röhre am Gotthard sprechen. Hier Stichwortartig die wichtigsten:

  • In einem richtungsgetrennten Tunnel ist die Sicherheit entscheidend grösser, als in Tunnels die im Gegenverkehr betrieben werden.
  • Im Gegenverkehr fallen Unfälle viel gravierender aus, da es sich meistens um Frontalzusammenstösse handelt.
  • Die Vergleichszahlen vom Gotthardtunnel (Gegenverkehr) und Seelisbergtunnel (richtungsgetrennt) sprechen eine eindeutige Sprache zu Gunsten des Seelisbergtunnels. Zwischen 1980 und 1998 ereigneten sich im Seelisbergtunnel 188, im Gotthardtunnel 719 Unfälle.
  • Der Gotthardtunnel hat eine Länge von 17 km. Bei jedem Unfall, bei jeder Panne sind die Rettungsleute (Polizei, Pannenhilfe) einer grossen Gefahr ausgesetzt.
  • Der Sicherheitsstollen ist zu eng. Rettungsfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr können mit ihren Fahrzeugen nicht durchfahren.
  • Unterhaltsdienst Þ Der Tunnel ist seit 20 Jahren in Betrieb, der Zeitpunkt kommt, wo es zu Teil- resp. Totalsanierungen kommt. Zu diesem Zeitpunkt muss die 2. Röhre vorhanden sein. Momentan wird das Allergröbste, während 3 x einer Woche, (Juni und September), an Unterhaltsarbeiten erledigt. Während diesen 3 Wochen ist der Tunnel jeweils von Montag bis Donnerstag von 20.00 Uhr bis 05.00 für jeglichen Verkehr gesperrt. Der Personenverkehr wird über den Pass umgeleitet.
  • Der künstliche Engpass auf Urner Seite kann mit dem Bau der 2. Röhre eliminiert werden. Im Moment kommt die Autobahn A4 von Zürich mit 2 Spuren sowie die Autobahn A4 von Luzern im Urnerland zusammen. Ab Amsteg bis Göschenen haben wir zum Teil nur 2 Spuren, ohne Pannenstreifen und ohne Kriechspur. In Göschenen werden diese ursprünglich 4 Spuren (A4 + A2) welche mit 120 km/h befahren werden können auf eine Spur von 80 km/h hinabgedrosselt. Das Urner Oberland leidet stark unter dem "Stop-and-go Verkehr".
  • Mit der Inbetriebnahme der 2. Röhre wird es sicher mehr Verkehr geben, aber in den letzten 19 Jahren fuhren durch den Seelisbergtunnel rund 11 Millionen Fahrzeuge mehr als durch den Gotthardtunnel, ohne je ein Stauproblem zu haben.
  • Ab nächstem Jahr oder in rund einem Monat werden wir, aufgrund des Zugeständnis durch den Bundesrat massiv mehr Schwerverkehr auf der Nord-Süd-Achse haben, nämlich rund 300'000 Kontingente von 40 Tönnnern. Bis ins Jahr 2003 sind es 800'000 Kontingente von 40 Tonnen Fahrzeuge. Heute haben wir aktuell rund 5.5 Millionen PW und rund 1.2 Millionen Lastwagen/Car (Fahrzeuge über 6 m Länge) Durch diese Zunahme steigt das Risiko eines Grossereignisses wie am Montblanc oder am Tauern massiv an.
  • Die Sicherheit für alle Benützer des Gotthardstrassentunnels sowie die Sicherstellung der Verbindung mit dem Tessin muss ganzjährig sichergestellt sein.
  • Die zunehmende Umweltbelastung nimmt durch vermehrte und längere Staus deutlich zu.
  • Die Kosten für den Bau der 2. Röhre, inklusive Ausbau der Nordrampe Amsteg Göschenen dürften ca. 1.5 Milliarden Franken betragen. Unserer Ansicht nach müsste der Bau und der Unterhalt der 2. Röhre mittels Tunnelgebühren finanziert werden. Bei den aktuellen Zahlen wie oben erwähnt, ergäbe dies anlog den Gebühren vom Montblanc eine Summe von Fr. 470 Millionen Franken jährlich.
  • Heutige Mehrkosten für Tunnelventilation (ca. 3 Mio. Franken pro Jahr und zusätzlich noch ein höherer Energieverbrauch (Ventilation und Treibstoff).
  • Es könnten zudem im Urner- und Tessiner Oberland viele neue Arbeitsstellen geschaffen werden.

 

  • Man kann mit gutem Gewissen für oder gegen den Verkehr sein, man darf aber nie gegen die Sicherheit sein!