27.08.1999, 17:08 Uhr
Gotthard-Tunnel: Drei Unfälle in 48 Stunden

Airolo (dpa) - Im Gotthardtunnel hat sich am Freitag erneut ein schwerer Unfall ereignet. Vier Menschen wurden verletzt.

Der längste Straßentunnel der Welt mußte zeitweise gesperrt werden. In der Tunnelröhre waren bereits in der Nacht zum Donnerstag ein Lastwagen und ein Bus ausgebrannt und hatten die wichtige Nord-Süd-Verbindung in der Schweiz stundenlang blockiert. Diesmal war der Tunnel nach Angaben der Polizei in Airolo am Freitagvormittag für dreieinhalb Stunden dicht.

Bei zwei verheerenden Bränden im Montblanc-Tunnel und im österreichischen Tauerntunnel waren in diesem Jahr insgesamt 51 Menschen ums Leben gekommen. Der Schweizer Tunnelexperte und Landrat aus Uri, Markus Gisler, hatte nach den Unglücken in den beiden Alpentunnels vor einem ähnlichen Unglück am Gotthard gewarnt. Bei einer ADAC-Untersuchung hatte der Gotthard-Tunnel jedoch kürzlich mit der Gesamtnote Gut abgeschnitten.

Die ADAC-Experten kritisierten lediglich, dass der Verkehr aus beiden Richtungen nur durch eine Röhre fließt. Dies wurde auch den Insassen der beiden Autos zum Verhängnis, die am Freitag im Gotthard- Tunnel auf der Tessiner Seite frontal aufeinander prallten.

Die Fluchtwege, das Kommunikationssystem und die Zahl der Pannenbuchten im Tunnel bewertete der ADAC jedoch positiv. So konnte die Polizei die Autofahrer nach dem Busbrand Donnerstagnacht über das Tunnelradio rechtzeitig warnen und über eine Pass-Straße umleiten. Im Gotthard-Tunnel ereignen sich pro Jahr durchschnittlich 44 Unfälle. Er ist eine von drei wichtigen Schweizer Nord-Süd-Verbindungen.