Landrat fordert zweite Gotthard-Röhre

Schon vor der Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel mit über 40 Toten hat der Urner FDP-Landrat Markus Gisler (46) eine Interpellation für eine zweite Röhre am Gotthard-Tunnel eingereicht. Nach dem Flammen-Inferno in Frankreich hat Gislers politischer Vorstoss nun noch mehr Gewicht bekommen.
«Ein ähnliches Drama wie am Montblanc kann sich jederzeit auch im
Gotthard ereignen», sagt Markus Gisler überzeugt. Denn: «Die Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.» Grund: «Am Gotthard fehlen Chemiewehr-Stützpunkte. Bei einer Brandkatastrophe muss die Chemiewehr innert weniger Minuten eingreifen, sonst ist es zu spät. Doch am Gotthard müssen die Chemiewehren zuerst von Bellinzona nach Airolo und von Altdorf nach Göschenen fahren. Das sind zu lange Anfahrtswege. Hinzu kommt, dass diese langen Anfahrtswege wegen Staus verstopft sind.» Markus Gisler mag sich nicht vorstellen, was passiert, wenn in der Mitte des 17 Kilometer langen Gotthard-Tunnels ein Sattelschlepper mit leicht brennbarem Material wie im Montblanc-Tunnel brennt.
Für Landrat Markus Gisler ist klar: «Dass der
Gotthard-Strassentunnel nicht von Anfang an doppelspurig gebaut wurde, ist ein Fehler.» Denn: «Es darf nicht sein, dass eine Autobahn von Hamburg bis nach Neapel nicht doppelspurig befahren werden kann. Hinzu kommt, dass die Lüftung im Gotthard für die grossen Brummis nicht eingerichtet ist.» Gisler befürchtet, dass es wegen der Revision zu langer Schliessung kommt. jsp 1435