Begründung der Interpellation von Landrat Markus Gisler betreffend der  wirtschaftlichen Folgen der Schliessung des Gotthards

Frau Präsidentin
Meine Damen und Herren

Der Gotthardtunnel musste wegen der Brandkatastrophe vom 24. Oktober 2001 für eine unbestimmte Zeit geschlossen werden. Davon sind nicht wenige Urner Betriebe direkt oder indirekt betroffen. Dazu gehören unter anderem: der ganze Tourismus Bereich, das Gastgewerbe, die Hotellerie, Bäckereien, Metzgereien, Getränkelieferanten, Zulieferer für die Landwirtschaft, Schreinereien, Heizöllieferanten, Früchte- und Gemüsehändler, Belagsunternehmung, das Transportgewerbe, Reisecarunternehmungen, das Gewerbe Stein und Erde etc.

Wie der Kanton Tessin, der seinen wirtschaftlichen Schaden auf rund 150 Millionen Franken beziffert hat, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen für den Kanton Uri auch nicht unbedeutend.

Bis Donnerstag, 29. November 2001, konnten Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die Gotthard-Passstrasse bei guten Bedingungen noch benutzen.

Am Donnerstag Mittag, 29. November 2001, wurde die Schliessung des Passes ohne Rücksprache mit den Urner Behörden durch den Kanton Tessin beschlossen, obwohl die Strasse noch problemlos (kein Schnee) zu befahren gewesen wäre. Dieser Entscheid wurde dann auf Druck der Urner Regierung am Donnerstag, 06.Dezember 2001, wieder rückgängig gemacht. Ein wichtiger und richtiger Beschluss, sind doch im Kanton Uri eine grosse Zahl von Betrieben darauf angewiesen ihren Umsatz auch ausserhalb des Kantons (namentlich im Tessin) zu machen, da der Heimmarkt zu wenig hergibt.

In der Folge davon wäre es entscheidend, dass der Binnenverkehr Uri-Tessin ab dem Zeitpunkt der vorgesehenen Wiedereröffnung des Gotthardstrassentunnels ebenfalls wieder durch den Tunnel verkehren könnte, sichern doch die vielen Klein- und Mittelbetriebe dem Kanton Uri viele Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

In der RUAG gehen in absehbarer Zeit diverse Arbeitsplätze verloren, was höchst bedauerlich ist. In diesem Fall interveniert die Urner Regierung und versucht zu verhandeln.

Es gibt aber im Kanton Uri auch sehr viele KMU-Betriebe, bei denen auch sehr viele Arbeitnehmer angestellt sind und dort ihren Lohn verdienen. Auch bieten diese Betriebe Ausbildungsplätze für unsere Jungen an. Es gilt also auch die Kleinbetriebe zu unterstützen, denn genau diese Betriebe sind es jetzt, die durch eventuelle Kurzarbeit und Entlassungen (wegen der Gotthardschliessung) betroffen sind.

Es gilt demzufolge zu beachten, dass jeder Arbeitsplatzverlust im Kanton Uri tragisch ist und möglichst zu verhindern ist.

Frau Präsidentin,
meine Damen und Herren, besten Dank.

Attinghausen, 10. Dezember 2001