Bundesamt für Strassen ASTRA
A2 Zweite Röhre Gotthard

5 Fragen an Charly Simmen, Sicherheitsbeauftragter der Baustelle Göschenen

10.07.2026

Auf der Grossbaustelle für den zweiten Gotthard-Strassentunnel treffen Naturkräfte, ­modernste Technik und menschliches Know-how aufeinander. Den Überblick über die Sicherheit behält­ Charly ­Simmen als Sicherheitsbeauftragter der Baustelle Göschenen. Im Interview spricht er über­ seinen Arbeitsalltag und die besonderen Herausforderungen am und im Berg.

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Herr Simmen, Sie sind Sicherheitsbeauftragter auf einer der grössten Baustellen der Schweiz – was genau gehört zu Ihrem Arbeitsalltag?

Ich bin Mitglied der Bauleitung in Göschenen. Diese spielt eine entscheidende Rolle im Bauprozess und ist das Bindeglied zwischen dem Bauherrn und den verschiedenen Akteuren. In meiner Funktion bin ich ausserdem dafür verantwortlich, dass die Sicherheitsstandards eingehalten werden. Dazu gehören stetige Gefährdungsbeurteilungen, untereinander abgestimmte Sicherheitskonzepte, regelmässige Kontrollrundgänge auf der Baustelle sowie Absprachen mit den Blaulichtorganisationen. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Schulung der Mitarbeitenden. Insgesamt spielt die Unfallprävention ein zentrale Rolle auf der Baustelle.

 

Was sind die grössten Sicherheitsrisiken beim Bau der zweiten Gotthardröhre?

Der Tunnelbau ist eine der faszinierendsten, aber auch schwierigsten Aufgaben im Bauwesen mit vielfältigen Risiken. Diese reichen von den Naturgefahren und geologischen Herausforderungen bis hin zum Zusammenspiel der verschiedenen Akteure mit ihren komplexen Arbeitsabläufen. Eine immer grössere Herausforderung ist die zunehmende Mechanisierung mit entsprechend viel Baustellenverkehr. 

Für die Sicherheit aller ist es daher zentral, dass regelmässig Schulungen durchgeführt werden. Auch die Sensibilisierung und das Bewusstsein, dass jeder für seine eigene Sicherheit zuständig ist, gehört dazu.

 

Neben Ihrer Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter führen Sie auch Besucherinnen und Besucher über die Baustelle. Was beeindruckt diese am meisten?

Wir versuchen, den Besucherinnen und Besuchern die Komplexität, die Herausforderungen und Abhängigkeiten einer Grossbaustelle auf über 1000 Metern über Meer näher zu bringen. Auf dem Rundgang beeindruckt die Grösse der Baustelle, die Technik und die notwendigen Schritte vom Ausbruch bis zum fertig betonierten Tunnel. Am Ende stellt jede und jeder fest: Tunnelbau ist weit mehr als nur ein «Loch graben»! Da stecken viel Fachkompetenz und Technik dahinter, aber auch die Motivation und Faszination, sich immer wieder den speziellen Herausforderungen des Berges zu stellen.

 

Gibt es eine Frage, die Ihnen bei Führungen besonders oft gestellt wird?

Im Infozentrum steht ein sehr beeindruckendes Modell der Tunnelbohrmaschine. Da liegt es auf der Hand, dass sich die meisten Fragen darum drehen. In echt ist diese mit ihren 110 Metern Länge und einem Durchmesser von 12,3 Metern einfach auch sehr faszinierend!

 

Sie haben Jahrzehnte auf Tunnelbaustellen verbracht – was begeistert Sie für diese Tätigkeit?

Da gibt es mehrere Aspekte: Einerseits sind das die vielfältigen und komplexen Herausforderungen, die Grossbaustellen mit sich bringen. Andererseits bietet die zeitliche Dauer eines Grossprojekts die Möglichkeit für Innovation und Weiterentwicklung in vielen Teilbereichen. Mich fasziniert aber auch der Pioniergeist: Dort, wo ein Tunnel entsteht, war zuvor noch kein Mensch. Am Ende bleibt etwas Dauerhaftes – geschaffen mit viel Technik und Know-how. Das macht diese Arbeit einzigartig.