Beim Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels ist ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Die Tunnelbohrmaschine «Alessandra» hat am 29. April 2026 auf der Nordseite die Kaverne der Störzone Nord erreicht. Damit ist nach rund 14 Monaten Vortrieb der erste Durchschlag gelungen.
Seit dem 14. Februar 2025 fräst sich die Tunnelbohrmaschine (TBM) durch die nördliche Tunnelhälfte des zweiten Gotthardtunnels. Am 29. April 2026 erreichte sie die Kaverne der Störzone Nord, rund vier Kilometer vom Tunnelportal in Göschenen entfernt.
Mit dem Erreichen des Tunnelmeters 4000 bricht das letzte Stück Gestein ab und die TBM «Alessandra» steht in der nördlichen Kaverne der Störzone «Mesozoikum». Der Bergbautradition entsprechend wird die Passage zuerst von einem Mineur passiert, der eine Statue der Heiligen Barbara auf sich trägt.
Der Durchschlag wurde auch im offiziellen Rahmen gewürdigt: Vor zahlreichen Mineuren und Projektbeteiligten hob ASTRA-Direktor Jürg Röthlisberger in seiner Ansprache die grosse Bedeutung des Gotthards für die Schweiz hervor. Er bezeichnete ihn als einen der emotionalsten Strassenabschnitte des Landes und als wichtige Verbindung zwischen Nord und Süd. Dies bestätigte auch Daniel Spörri, Vorsitzender der Baukommission der ARGE secondo tubo, und lobte das gesamte Bauteam für seine hervorragende Leistung.
Die nördliche Störzone «Mesozoikum» ist rund 320 Meter lang und besteht grösstenteils aus Lockergestein. Ein maschineller Ausbruch mit der Tunnelbohrmaschine wäre in diesem Abschnitt nicht möglich gewesen. Deshalb wurde die Zone bereits 2024 über einen separaten Zugangsstollen erschlossen und anschliessend konventionell im Sprengvortrieb ausgebrochen. Zur Sicherung kamen unter anderem Stahlbögen, Anker und Spritzbeton zum Einsatz. Diese Arbeiten konnten im September 2025 abgeschlossen werden. Damit konnten die bekannten Risiken für den nördlichen Hauptvortrieb entscheidend eingegrenzt werden.