Bundesamt für Strassen ASTRA
A2 Zweite Röhre Gotthard

TBM «Paulina» hat Vortrieb auf der Gotthard-Südseite wieder aufgenommen – dank grossem Einsatz aller Beteiligten!

28.05.2026

Der maschinelle Hauptvortrieb auf der Südseite für die zweite Gotthardröhre läuft seit letzter Woche wieder. Seither arbeitet sich die Tunnelbohrmaschine durch die bereits teilausgebrochene Tremola-Zone.

Seit dem 18. Mai 2026 ist die Tunnelbohrmaschine (TBM) «Paulina» wieder in Bewegung. Die Wiederaufnahme des maschinellen Hauptvortriebs auf der Südseite des Gotthards markiert einen wichtigen Meilenstein und ist Ausdruck des ausserordentlichen Einsatzes aller Beteiligten.

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Gesteinsniederbruch hatte Unterbruch erzwungen

Die TBM stand seit dem 25. Juni 2025 beim Tunnelmeter (Tm) 192 still, infolge eines Gesteinsniederbruchs. Rund 2000 Kubikmeter Fels hatten sich damals oberhalb des Bohrkopfs gelöst und ein sicheres Weiterkommen der TBM verhindert. Das ASTRA leitete daraufhin gemeinsam mit der zuständigen örtlichen Bauleitung und dem Bauunternehmen Massnahmen zum Schutz des Personals und der Maschine ein: Über den parallel verlaufenden Service- und Infrastrukturstollen (SISto) wurde die Zone oberhalb der TBM mit Zementinjektionen stabilisiert.

Anspruchsvoller Gegenvortrieb zum Bohrkopf

Für den weiteren Vortrieb in der brüchigen Tremola-Geologie hat das ASTRA ein aufwändiges und sicheres Verfahren gewählt: Vom nahegelegenen, bereits ausgebrochenen Zugangsstollen für die Störzone Süd wurde ein neuer Verbindungsstollen mit einer Länge von rund 250 Metern mittels Sprengungen erstellt, der die Ebene des Haupttunnels beim Tm 443 erreichte. Von dort aus wurde die obere Hälfte des Tunnelquerschnitts – die sogenannte Kalotte – im konventionellen Gegenvortrieb in Richtung Bohrkopf ausgebrochen.

Nachdem die TBM erreicht war, markierte ihre Wiederinbetriebnahme am 18. Mai 2026 schliesslich den erfolgreichen Abschluss dieser aussergewöhnlichen Massnahme, die einen grossen Einsatz der beteiligten Mineur-Teams, aber auch der Planer der Bauleitung erfordert hatte. Nun setzt die TBM den Vortrieb des unteren Tunnelsegments fort, der bereits im Gegenvortrieb vorbereitet und gesichert wurde.


Parallel dazu wurde ab Tm 443 auch die Kalotte des nördlichen Teils der Tremola-Zone konventionell ausgebrochen, bis zum Tm 742. Von diesem Punkt wird die TBM «Paulina» voraussichtlich ab September 2026 den Vollausbruch der zweiten Gotthardröhre im Festgestein wieder aufnehmen.

Parallele Arbeiten und Ausblick

In derselben Zeit kamen die Arbeiten an der geologisch anspruchsvollen Störzone Süd «Guspis» planmässig voran: Rund 75 Prozent des Abschnitts sind bereits ausgebrochen; bis zum Abschluss der Arbeiten fehlen noch knapp 100 Meter.
 

Auf der Nordseite wurden derweil bereits fast 4000 Meter ausgebrochen, was rund 50 Prozent der Strecke bis zur Tunnelmitte entspricht. Die TBM «Alessandra» war am 29. April 2026 in der Anwesenheit zahlreicher Projektbeteiligter und Gäste in die bereits ausgebrochene Störzone Nord durchgebrochen.